Was das Radio noch so von sich gibt

Radio – das bedeutet bei vielen heutzutage meistens der Empfang via DAB+, Internet und UKW. Doch was ist mit den alten Empfangsmöglichkeiten Kurz-, Mittel- und Langwelle geworden? Obwohl kein deutscher Sender diese Art der Übertragung mehr nutzt, bedeutet es nicht, dass man darüber nichts mehr empfangen kann. Im Gegenteil – ausländische Sender lassen sich auch hier, dank der Charakteristik des Mediums (Überreichweiten!), recht gut empfangen.

Continue reading “Was das Radio noch so von sich gibt”

I bike Berlin!

Brandenburger Tor

Von der FH aus ging es diese Woche nach Berlin -zur WCI 2014. Da ich wenig Lust hatte mit ÖPNV (unflexibel, langsam…) durch die Stadt zu fahren kam das Rad mit, im IC kein großes Problem. Und von Berlin habe ich fahrradtechnisch schon einiges gehört – positives sowie negatives, wobei letzteres überwiegte. Meine anfänglichen Befürchtungen, dass Berlin nicht wirklich fahrradfreundlich ist, haben sich sehr schnell in Luft aufgelöst. Die Situation in Dortmund btw im Pott ist teilweise um einiges schlechter – wer dies gewöhnt ist kann nur positiv überrascht sein ;-)

Aber der Reihe nach:
1) Radwege, Radwege und nochmal Radwege. So ziemlich jede größere Straße hat fahrbahnbegleitende Radwege. Diese verlaufen teilweise direkt auf der Fahrbahn, teilweise auf dem Gehweg. Die auf dem Gehweg verlaufenden Wege haben das gleiche Problem wie sonstwo auch: Durch parkende Autos zwischen Radspur und Fahrbahn werden Radfahrer von Autofahrern nur schwer gesehen. Will ein Auto rechts abbiegen, kann ein geradeaus fahrender Radler sehr schnell übersehen werden. Das Problem wird an vielen Kreuzungen so gelöst, dass der Radweg wieder ziemlich nah an die Fahrbahn herangeführt wird, meistens ein paar Meter vor der Ampel. Dann ist der Radfahrer wieder im Sichtfeld der Autofahrer und wird (hoffentlich) gesehen. Der Schulterblick (siehe 2) hilft weiterhin.
Am angenehmster war die Fahrt auf Radwegen, welche direkt auf der Fahrbahn verlaufen. Diese waren zum größten Teil breit genug, dass man zu am Rand parkenden Autos ausreichend Abstand halten konnte, um nicht in der Doorzone zu fahren und um gleichzeitig nicht schon in die andere Fahrspur hineinzuragen. Zusätzlich waren die Spuren direkt neben den Gehwegen oft in einem erbärmlichen Zustand: Der Belag war uneben, (Wurzeln drückten den Asphalt hoch etc) und die Mindestbreite von 1,50 Metern (bzw 2,50 Metern bei kombinierten Rad- und Gehweg) wurde selten eingehalten. Im Prinzip hätte man hier einfach auf die Straße ausweichen sollen.
Ein Problem haben aber beide: Sie werden sehr gerne zugeparkt oder mit Dingen zugestellt. Dann wird ausgewichen – entweder auf die Fahrbahn oder auf den Gehweg, mit den damit verbundenen Gefahren.
Ein weiterer Pluspunkt: Die viel vorhandenen Busspuren sind für den Radverkehr freigegeben – somit hat man, wenn kein Bus in der Nähe ist, eine relativ breite Spur für sich alleine.

2) Schulterblick. So ziemlich jeder Autofahrer hat beim Rechtsabbiegen den Schulterblick genutzt und, wenn sich ein Radfahrer näherte, gewartet bis dieser vorbei ist. Autofahrer, welche nicht aus dem Großraum Berlin kommen, konnte man übrigens sehr schnell an dem fehlenden Schulterblick erkennen ;-)
Warum funktioniert das im Pott nicht?!

3) Fußgänger. Die meisten hielten die Radspur, beispielsweise an Ampel, an Haltestelle o.ä. frei. Die wenigsten kamen auf die Idee, einen Schritt nach vorne zu gehen, um direkt am Fahrbahnrand auf “Grün” zu warten und die Radspur zu blockieren, welche dort auf den Gehweg geleitet wurde. Und wenn doch, waren es zu 99% Touristen. Generell wurden die Radwege nur sehr selten von Fußgängern benutzt. Daran merkte man, dass Radfahrer einfach mit zum Verkehr dazu gezählt werden. In Dortmund, wo es weit weniger Radler gibt, passiert es nicht selten, dass der Radweg einfach ignoriert wird.

4) Links abbiegen. Ich glaube, diese Fahrmanöver ist für Radfahrer nicht vorgesehen. An den meisten Kreuzungen kann man geradeaus fahren und rechts abbiegen. Aber links? Einen wirklichen, offiziellen Weg scheint es nicht zu geben. Hier hat jeder seine eigene Methode entwickelt: Die einen nutzen schiebend die Fußgängerampel, andere (wenigen) ziehen direkt über x Fahrspuren und nutzen die normale Abbiegespur auf der Fahrbahn oder sie stellen sich auf vor die von rechts kommenden Autos und orientieren sich an der Fußgängerampel für die Grünphase. Zumindest in Dortmund ist dieses Problem besser gelöst. Hier ist die letzte Methode die offizielle: Vor den von rechts kommenden Fahrzeugen gibt es Haltebuchten, in welcher Linksabbieger halten können. Eine eigene Ampel auf der anderen Straßenseite gibt das “Go!”.

5) Rot? Hä? Die Farbe “Rot” scheint es für viele Radfahrer nicht zu geben. Überdurchschnittlich viele ignorierten die Lichtzeichen völlig und schlängelten sich mehr oder weniger sicher durch den Querverkehr. Verrückt, dass dabei nicht mehr passiert ist… Man muss aber dazu sagen, dass es doch einige gibt, die sich an die (durchaus sinnvollen) Lichtzeichen halten ;-).

6) Abstellanlangen. Davon gibt es in Berlin verhältnismäßig viele. Leider sind diese oft sehr voll, nicht selten sind die meisten dort geparkten Räder Schrott. Gerade im Bereich Berlin Mitte wird alles genutzt, wo sich ein Fahrrad anschließen lässt. Es kann durchaus schwierig werden, noch ein freies Plätzchen zu ergattern. Trotzdem hat man es einfacher als so mancher Autofahrer ;-)

Berlin-Tempelhof

7) Tempelhof! Den alte Flughafen im Berliner Süden sollte man auf jeden Fall mal mit dem Rad angefahren haben. Zwei Mal ca 2000m Landebahn und eine Menge an Taxiwegen – gerade wenn man etwas sportlicher unterwegs ist kann hier das Rad schön ausfahren. Aber auch so lässt sich das Areal sehr gut befahren. Es ist mal eine andere Art sich einen Flughafen anzusehen, es lohnt sich auf jeden Fall!

Berlin per Rad zu erkunden lohnt sich allemal. Man bekommt einen ganz anderen Eindruck von der Stadt, als wenn man mit dem Auto oder per Bus und Bahn fahren würde. Zudem ist man meistens sogar noch schneller am Ziel. Nicht selten hatte ich immer die gleichen Autos auf der Fahrbahn neben mir. Und vor Steigungen muss man auch keine Angst haben. Dies gibt es in Berlin scheinbar nicht – zumindest sind mir keine nennenswerten aufgefallen ;-).

Lomo mit Micro Four Thirds

Lomografie-Effekte bekommt man mit modernen Digitalkameras am einfachsten über entsprechende Filter – sei es direkt über die Kamera oder bei der Nachbearbeitung. Eine weitere Alternative ist direkt ein entsprechendes Objektiv zu nutzen. Dieses ist einem Holga-Objektiv nachempfunden und besteht – wie das Original komplett aus Kunststoff. Ja, auch die Linse. Die Blende kann nicht verstellt werden, ein Zoom gibt es auch nicht – nur der Fokus kann “Pi-mal-Daumen” eingestellt werden.
Das Ergebnis kommt den Fotos der Original Holga schon recht nahe. Das Bild ist verzerrt, die Farben sind nicht korrekt und der Rand hat die typische Vignettierung. Trotzdem muss man auf einige “Features” der Holga verzichten. Lichteinfälle von der Seite und/oder der Rückwand gibt es leider nicht, selbige fällt nicht einfach ab, Doppelbelichtungen sind schwierig und der Blitz liefert immer eine konstante Leistung ;-).

Projekt Искра 111M

Netzteil ISKRA 111m
Netzteil ISKRA 111m

Gebaut: Irgendwann nach Mai 1982 in der UDSSR
Gewicht: ca 7kg
Was? Ein Tischrechner, eine Искра 111M!
Schon beim Bau des Gerätes war es technisch veraltet, aber zumindest wurden schon Mikrochips verbaut ;-)
Vor ein paar Monaten ist das Ding aus der Ukraine hier aufgeschlagen – in einem ziemlich desolaten Zustand. Durch den Transport hat sich eine größere Spule im Transformator losgerissen (aus einer Plastikhalterung aus, nach 30 Jahren, entsprechend sprödem Material) und dort etwas randaliert: Zwei kleine Spulen und ein Kondensator sind abgerissen und das Gehäuse der Sicherung war demoliert. Schaltpläne für das Gerät hatte ich nicht gefunden, trotzdem konnte man erahnen, welche Teile wo zu Hause sind. Nach etwas Bastelei lieferte es endlich wieder Strom – und das Gerät funktionierte kurzzeitig.

In Betrieb
In Betrieb

Vermutlich durch ausgetrocknete Kondensatoren war die Ansteuerung der Röhren nicht mehr korrekt: Die 7 und die 9 wurden gleichzeitig angesprochen und auch die Befehlseingabe verhielt sich merkwürdig. Sobald man eine Operator-Taste mehrfach betätigte, schalteten sich die Röhren ab.
22 Kondensatoren (wenn ich keinen übersehene habe) sind in der Maschine verbaut – alle mindestens 32 Jahre alt. Diese will ich nun nach und nach durch neue ersetzen – optisch ein krasser Stilbruch. Was auch interessant ist: Die Aktion zeigt sehr schön den technischen Fortschritt innerhalb von mehr als 30 Jahren, wenn man alleine die Größe der Kondensatoren vergleicht. Zumindest dürften sie dann die modernsten Teile in der ISKRA 111M sein ;-)

7 und 9 gleichzeitig
7 und 9 gleichzeitig
Aus alt mach neu - aus Platzgründen müssen die Kondensatoren fast liegen
Aus alt mach neu – aus Platzgründen müssen die Kondensatoren fast liegen
Alt und das moderne Pendant
Alt und das moderne Pendant

Schmiere – das überlebt sogar einen Fahrradhelm!

Schmiere knüppelhart
Schmiere knüppelhart

Fahrradfahrer kennen das garantiert: Fährt man mit einem Fahrradhelm, ist ruckzuck die Frisur zerstört ;-)
Die herkömmlichen Mittelchen wie Gel oder Wachs machen es entweder nur noch schlimmer oder überlebten nicht lange. Irgendwann kam mein Bruder mit Pomade an – warum also nicht mal probieren, ob es nicht besser hält? Tjo, und das war es auch: Das Zeug hält – je nach Sorte – ziemlich lange durch. Am besten sind die härteren Pomaden, je weicher desto schneller verlieren auch sie an Halt.
Mit “Schmiere – knüppelhart” hielt bei mir am längsten. Das Zeug ist dermaßen “hart”, dass ich es nur mit einem Schraubendreher aus der Dose bekommen habe. Danach ist es aber erstaunlich gut zu verarbeiten. Der einzige Nachteil: man bekommt es nicht so einfach aus den Haaren wieder raus. Meiner Meinung nach ist dies aber kein großes Problem. Und hey, das tolle Design der Dosen ist es wert. ;-)
Der Duft der Pomaden ist völlig unterschiedlich. Schmiere “hart” riecht nach Orange, Schmiere “hart” in der Rennfahrer-Edition nach alter Seife aus den 50ern/60ern, Schmiere “knüppelhart” mehr nach Meer. Murray’s Beeswax dagegen riecht schön nach Honig. Da muss man aufpassen, dass man das Zeug nicht so auslöffelt ;-)
Man bekommt es z.B. bei http://www.pomade-shop.eu/ oder http://www.rockabilly-rules.com/

Oh, noch ne Röhren-Uhr!

Irgendwann, auf der Suche nach neuen Röhren-Bausätzen, bin ich über VFD-Uhren gestolpert. VFD bezeichnet Fluoreszenzanzeigen, welche in vielen technischen Geräten als Anzeige dienten. Und glücklicherweise wurden die Dinger zu Anfang, als 7-Segment Anzeigen, auch in Röhren verbaut ;-).
Mehr als einen Monat hat es gedauert, bis das gute Stück aus Sarapul in Zentralrussland hier angekommen ist (wobei es davon +3 Wochen am deutschen Zoll rumgegammelt hat…).
Und joa, cooles Ding :-)

VFD-Uhr
VFD-Uhr

Verbaut sind 4 IV-11 VFD-Röhren, die Sekundenanzeige besteht aus einer IV-15 Röhre. Unter jeder Röhre befindet sich zusätzlich noch eine blaue LED – diese sind auch ziemlich hell. In einem dunklen Zimmer benötigt man fast keine andere Beleuchtung mehr ;-). Leider ist es nicht möglich, die LEDs abzuschalten. Zum Glück lag der Uhr ein Schaltplan bei und ich konnte an den Vorwiderstand (R11) einen Schalter anbringen, welcher die LEDs an- und ausschaltet (die Lötstellen zeige ich besser keinem (Heinz: man sieht sie auch nicht mehr, sie sind mit Isolierband umwickelt ;-)) So ist die Uhr im Dunkeln viel angenehmer und man bekommt keinen Augenkrebs ;-) Funktionstechnisch ist die Uhr nicht wirklich ausgestattet. Sie zeigt die Zeit an und hat eine Alarmfunktion (wobei das wirklich ein Alarm ist und kein leises gepiepe, da kann man schon von aus dem Bett fallen (abstellen lässt er sich auch nicht, d.h. er klingelt 1x in 24h)) – das wars. Es gibt keinen Pufferkondensator/Backup-Batterie um die Einstellungen bzw. die Uhr auch bei Stromausfall eine kurze Zeit weiterlaufen zu lassen.

VFD-Uhr ohne blaue Bodenbeleuchtung
VFD-Uhr ohne blaue Bodenbeleuchtung

Bedient wird die Uhr mit 4 Tastern, eine Anleitung liegt übrigens nicht dabei – da hilft dann nur Trial-And-Error, was aber kein großes Problem ist. Alternativ kann man auch den Schaltplan lesen und daraus seine Schlüsse ziehen, ein paar Beschriftungen waren dann doch hilfreich.
Im Prinzip fehlt der Uhr nur noch ein Gehäuse – wobei sie ohne alles auch nicht schlecht aus sieht. Mal sehen.
Achso, im direkten Vergleich mit den schon etwas größeren IN-14 Nixies (IN-16er lasse ich mal außen vor – die sind noch kleiner) sind die verbauten VFD-Röhren nochmal eine ganze Ecke größer, was aber gar nicht schlecht ist. So kann man die Uhr auch aus größerer Entfernung noch ablesen.

IV-15 VFD vs IN-14 Nixies
IV-11 VFD vs IN-14 Nixies

Beim Einstellen habe ich heute auch noch einen Bug gefunden. Irgendwann konnte ich die Stundenanzeige auf 24+ Stunden stellen – ich glaube nicht, dass das gewollt ist. ;-)
Auf jeden Fall ist die Uhr eine nette Ergänzung zu den anderen Nixies. Mal sehen, was da noch so kommen wird :-).

Alles unter Kontrolle

Mittlerweile muss ja alles irgendwo in der Cloud liegen. Kalender, Kontakte und Mails bei Google, Bilder bei Flickr/Picasa, Dateien bei Dropbox/Box/SkyDrive und so weiter… Es ist ja ganz praktisch, alles immer und überall verfügbar zu haben. Doch was ist, wenn es Anbieter xyz nicht mehr gibt, sein Geschäftsmodell ändert oder man einfach Bedenken hat, seinen ganzen Kram irgendwelchen Diensten anzuvertrauen? Gerade die ersten beiden Punkten waren für mich ausschlaggebend, so viel wie möglich selbst in die Hand zu nehmen.
Auslöser dafür war Google mit der Einstellung des Google Readers. Nur weil der RSS-Reader (vermutlich) kein Geld eingebracht hat und für Google überflüssig erschien, wurde er kurzerhand eingestampft. Im Prinzip kann dies auch mit allen anderen Diensten passieren – wobei das schon der Worst-Case ist. Seit dem habe ich versucht, so viel wie möglich von irgendwelchen externen Anbietern wegzubekommen und selbst zu hosten.

Mails
Angefangen hat es mit E-Mails. Die Einrichtung eines Mailservers war eigentlich das schwierigste – bis das Ding gemacht hatte, was ich wollte hat es schon etwas gedauert. Doch es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Keine Beschränkungen mehr, dass man z.B. nur x Filter oder y Unterordner einrichten darf. Auch speichertechnisch war es ein gewaltiger Fortschritt. Die Mailbox war plötzlich so groß was die Festplatte des Servers hergab. Ein weiterer Vorteil: Irgendwelche Anbieter konnten jetzt nicht mehr in den Mails rumschnüffeln – und vor allem war sie werbefrei!

RSS
Als nächstes habe ich einen Ersatz für den Google Reader gesucht. Meine Wahl viel hier sehr schnell auf TinyTinyRSS (TT-RSS). Für TT-RSS reicht es, einen Webserver mit PHP Unterstützung zu haben. Im Prinzip sollte es also auch auf einem simplen Webspace laufen. Ein wichtiges Entscheidungskriterium war für mich die Android-Unterstützung. Und die hat TT-RSS in Form einer Android-App. Neben der offiziellen App gibt es auch diverse Alternativen.

Kalender und Kontakte
Dann kamen Kalender und Kontaktdaten an die Reihe. Bis dahin hatte ich alles bei Google liegen. Doch warum sollte ich Google all meine Kontakte und Termine offenbaren? Die Auslagerung hier ist etwas schwierig, da auch der Sync mit Android gegeben sein muss. Vorher hatte ich schon mal mit SyncML und eGroupware experimentiert, was aber mehr schlecht als recht lief. Alternativen sind CalDAV/CardDAV oder MS-Exchange. Für die erste Möglichkeit bietet Android keine native Unterstützung und man ist auf externe Tools angewiesen. Für die Umsetzung von MS-Exchange gibt es mehrere Tools – meine Wahl ist dabei auf Tine 2.0 gefallen, einer Open-Source Groupware. (Gut, andere Programme habe ich nicht wirklich getestet, da Tine auf Anhieb funktionierte ;-))
Die Synchronisation mit Android funktioniert ohne Probleme und auch ein WebOS-Gerät habe ich damit im Einsatz. Zudem bietet Tine ein (meiner Meinung nach) schickes Webinterface an, welches eine Desktop-Software durchaus ersetzen kann.
Der große Vorteil von Tine 2.0 ist u.a., dass Repositories für diverse Linux-Distributionen angeboten werden und es so bequem per Paketmanager aktuell gehalten werden kann. Eine manuelle Installation ist aber auch möglich, sodass Tine auch auf einem Webspace lauffähig ist.

Dateien
Wenn man schon mal dabei ist alles mögliche selbst zu hosten, war bei mir der nächste Punkt die Ersetzung von Dropbox, Box und Skydrive. Hierzu bietet sich OwnCloud an. Die PHP-Software bietet neben der Synchronisation von Dateien zwischen mehreren Geräten auch Funktionen Kalender, Aufgaben, Kontakte etc an. Der große Vorteil von OwnCloud ist, dass die Schnittstelle für die Synchronisation auf offenen Standards (WebDAV, CalDAV, CardDAV) aufsetzt. Dadurch ist man nicht unbedingt an die offiziellen Clients (welche es für Windows, Linux, MacOS, Android und iOS gibt) gebunden. Auch wird der Up- und Download nur durch die Anbindung des Servers begrenzt. Bei Dropbox kam es bei mir oft vor, dass ich nicht die volle verfügbare Bandbreite ausnutzen konnte. Weiterhin ist es möglich, beliebig viele Quellverzeichnisse zu synchronisieren. Man ist so nicht auf einen einzelnen Ordner beschränkt. Freigaben für z.B. Freunde, auf welche dann ohne Anmeldung zugegriffen werden kann, sind natürlich auch möglich.

Bilder
Bevor Flickr für die kostenlose Nutzung die Beschränkungen entfernt bzw. stark gelockert hat, war der Dienst für mich eher uninteressant. Alternativen waren entweder gruselig zu benutzen oder verlangten schon für den kleinsten Account Geld. Also hieß es auch hier: selbst hosten!
Meine Wahl viel hierbei auf Coppermine. Das Tool bietet viele Schrauben, an denen man es einstellen und nach seinen Bedürfnissen einrichten kann. Neben öffentlichen Galerien ist es möglich, Alben mit einem Passwort zu schützen, das Design anzupassen wie man es gerne hätte, mit mehreren Benutzern zu arbeiten etc.
Clients für Android gibt es leider nicht, wobei ich den auch nicht wirklich brauche (habe ich auch bei Flickr nie genutzt).

DynDNS
Ein weiterer großer Brocken (neben E-Mails) war die Einrichtung eines eigenen DyDNS-Dienstes. Da dyn.com sein Modell für kostenlose Accounts umgestellt hat, mit dem Ziel einen Richtung Bezahl-Accounts (mit dessen Preisen ich nicht so wirklich einverstanden war) zu drängen, war es Zeit für mich zu wechseln. Irgendwann kam dann die Idee, diesen Dienst selbst umzusetzen (siehe Bastelstunde: Der eigene DynDNS-Dienst), was mit einer mehr oder weniger großen Bastelaktion verbunden war, welche zudem nicht ganz ungefährlich war (wenn man mit dem DNS-Server Mist baut, läuft man Gefahr für die nächsten maximal 24h “offline” zu sein).

So viel wie möglich selbst hosten hat Vorteile und Nachteile. Man hat all seine Daten unter Kontrolle und kann mehr oder weniger machen was man möchte.
Andererseits benötigt man mehr oder wenig gute Kenntnisse darüber, was man macht. Auch steht und fällt alles mit dem Anbieter, bei dem man den Server, vServer oder Webspace gemietet hat. Andererseits hat man die freie Auswahl, bei welchem Anbieter man hosten möchte und kann bei Bedarf wechseln. Natürlich ist es auch möglich, alles auf einem Homeserver bei sich zu Hause unter dem Tisch zu betreiben. Allerdings ist es dann eher schwierig, einen eigenen Mailserver (Mail-Anbieter wie GMX, web.de, Yahoo!, Google… nehmen aus Gründen der Spamvermeidung keine Mails von dynamischen IP-Adressen an) oder DynDNS Dienst zu betreiben. Die anderen Dienste sind aber problemlos nutzbar.

Dechenhöhle: Höhlenlichter 2013

Auch dieses Jahr war (bzw ist, noch bis zum 1.5.) es möglich, die Tropfsteinhöhle “Dechenhöhle” in einem anderen Licht zu bewundern. Statt dem üblichen gelblichen Licht wurde die Höhle von Lichtkünstlern mit bunten Lichtern, Lichtmustern und Lichtskulpturen erleuchtet.
Normalerweise ist das fotografieren in der Höhle verboten, bei dieser Sonderveranstaltung aber nicht. Im Gegensatz zu einer normalen Führung gibt es auch keine Erklärungen zur Höhle, aber das würde auch eher stören ;-)
Obwohl man in den einzelnen Abschnitten doch relativ viel Zeit hat sich alles anzusehen, ist es doch noch zu wenig – gerade wenn man viel fotografieren möchte. Und dafür gibt es wirkliche viele Gelegenheiten. Eine mögliche Lösung: Direkt sofort nochmal rein.
Neben bunt beleuchteten Wänden, Tropfsteinen und Nebenhöhlen (welche echt schön zur Geltung kommen), gab es auch Lichtskulpturen. Diese passten meiner Meinung nach nicht so wirklich in die Höhle, störten aber auch nicht.
Wer in der Höhle fotografieren möchte, sollte auf jeden Fall ein Stativ mitnehmen, sonst ist man verloren ;-) Und: kleine Leute haben dort definitiv massive Vorteile :-D :-P
Hier die Ausbeute:
Dechenhöhle Höhlenlichter 2013 -> Fotos

Einen Geocache gibt es vor Ort natürlich auch – wenn man denn schon mal da ist: http://coord.info/GC2Q8NW

Die eigene Cloud mit ownCloud – Der Anfang

Die neuen NetCup KVM-vServer bringen im Vergleich zu den alten Angeboten gleich einiges mehr an Speicher mit sich. Dies bietet sich doch geradezu für eine eigene Cloud an wie ich finde.
Meine Wahl fiel dabei auf ownCloud, da man dieses System auch mit einem Desktop- und Android-Client nutzen kann (nen iOS Client gibts auch, war für mich aber eher uninteressant).
Die Installation war eher simpel, für Debian gibt es eigene Repos welche man einbindet und dann die Installation mit “apt-get update && apt-get install owncloud” beginnt. Pakete, die nicht installiert sind aber benötigt werden, werden automatisch mit installiert (Abhängigkeiten und so ;-)). ownCloud benötigt einen eigenen Apache2, dieser war bei mir schon eingerichtet, so musste ich nur einen neuen VirtualHost zum ownCloud Verzeichnis hinzufügen. Da sich ownCloud unter Debian nach /var/www/owncloud installiert, konnte ich einen bestehenden vHost einfach als Grundlage nehmen. Die entsprechende Konfigurationsdatei sah anschließend so aus:

root@johnassel:/# cat /etc/apache2/sites-enabled/owncloud-ssl
<IfModule mod_ssl.c>
<VirtualHost *:443>
        SSLProxyEngine on
        ServerAdmin webmaster@localhost
        ServerAlias owncloud.johnassel.de
        DocumentRoot /var/www/owncloud
        <Directory />
                Options FollowSymLinks
                AllowOverride All
        </Directory>
        <Directory /var/www/owncloud>
                Options Indexes FollowSymLinks MultiViews
                AllowOverride All
                Order allow,deny
                allow from all
        </Directory>		
        LogLevel warn
        CustomLog ${APACHE_LOG_DIR}/ssl_access.log combined
        SSLEngine on
        SSLCertificateFile    /pfad/zum/ssl/zertifikat
        SSLCertificateKeyFile /pfad/zum/ssl/key
        SSLCertificateChainFile /pfad/zur/ca/kette
        <FilesMatch "\.(cgi|shtml|phtml|php)$">
                SSLOptions +StdEnvVars
        </FilesMatch>
        <Directory /usr/lib/cgi-bin>
                SSLOptions +StdEnvVars
        </Directory>		
        BrowserMatch "MSIE [2-6]" \
                nokeepalive ssl-unclean-shutdown \
                downgrade-1.0 force-response-1.0
        BrowserMatch "MSIE [17-9]" ssl-unclean-shutdown
</VirtualHost>
</IfModule>

 

Anschließend musste ich nur noch den Apache neu starten, dann war die neue Cloud unter https://owncloud.johnassel.de erreichbar. Beim ersten Zugriff musste ein Admin-Account angelegt werden, eine Datenbank oder sowas muss nicht eingerichtet werden. Danach konnte es auch sofort losgehen – der Desktop-Client und Android-Client hatten sofort Zugriff auf den Speicher. Die ersten Tests sahen ganz gut aus, neue und geänderte Dateien im ownCloud Verzeichnis auf dem PC wurden erkannt und hochgeladen, ganz so wie man es auch von Dropbox her kennt.
Ein paar kleine Dinge, die wünschenswert sind gibt es allerdings doch: So gibt es beim Client keine Bandbreitenbeschränkung und es wird genutzt was verfügbar ist – ohne Rücksicht auf Verluste. Auch fehlt mir eine Statusanzeige, beispielsweise wie schnell der Datentransfer gerade läuft und wie lange der Upload/Download noch dauern wird. Man sieht quasi nur das etwas passiert, mehr nicht.
Davon abgesehen sieht ownCloud eigentlich ganz gut aus, mal sehen wie es sich im Produktivbetrieb macht. ;-)